
Lebensretter für Winter-Vormittage
Die sogenannte Aorten-Dissektion, also der Riss der Hauptschlagader, die das Herz versorgt, nimmt Platz 13 in der Todesstatistik bei über 65jährigen ein. Vor allem an Wintertagen und bis 12 Uhr Mittags ist das Risiko laut Statistik hoch. Warum das so ist, wissen Forscher bis heute nicht.
Doch ein neues Gerät, das wir in Zusammenarbeit mit AOT, einem Spin-Off der Med-Uni Wien zur Marktreife führen durften, gilt heute als Game-Changer in der Aortenchirurgie.
Als AOT auf uns zukam, mussten wir tatsächlich tief schlucken. Denn das Thema war ernst.
Es geht um Leben und Tod.
Und um ein medizinisches Gerät, das in einem hochkritischen Szenario zum Einsatz kommt. Denn bei der entsprechenden Operation werden die Patienten, deren Aorta erweitert ist und damit einzureißen droht (Aortenaneurysma), für etwa 20 Minuten heruntergekühlt (tiefe Hypothermie) und die Herzaktivität unterbrochen. So kann der Chirurg blutfrei und mit guter Sicht operieren. In diesem kurzen Zeitfenster wird der beschädigte Teil des Blutgefäßes entfernt und eine Ersatz-Aorta (Schlauch) sprichwörtlich angetackert.
Der "Aorta-Stapler" stellte tatsächlich extrem hohe Ansprüche an uns. Entwicklungsbegleitend haben wir unser Know-how eingebracht, um das Gerät relativ schnell produzier- und marktreif zu machen. Bereits bei der Auswahl des geeigneten Kunststoffs mussten wir den "Standard" schnell hinter uns lassen. Zum Einsatz kam ein sogenannter PEEK Hochtemperatur-Kunststoff. Da die Kosten für das Startup eine große Rolle spielten und anfänglich keine große Serie zu erwarten war, schlugen wir dem Kunden vor, das Lercher-Stamm-Werkzeug einzusetzen. Damit lassen sich kostengünstig und rasch kleine Auflagen in absoluter Serien-Qualität herstellen.
Anstelle eines eigenen, kompletten Werkzeugs, wird dabei lediglich der Formeinsatz für das entsprechende Teil in unserem Werkzeugbau erstellt. Und dieser dann in unser Stamm-Werkzeug (Rahmen) integriert. Schon kann das fertige Werkzeug in einem unser 40 Kunststoff-Spritzguss-Automaten (einige davon im Reinraum) eingespannt werden und die Produktion der Kunststoffteile beginnt. Alle Teile des Aorta-Staplers wurden so bei uns produziert, inklusive Montage der Baugruppe, Verpackung und Sterilisation.
